April 2007
Der stille Schüler, die schweigsame Schülerin in Ihrer Klasse
Junglehrer sind mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Eines der grössten Probleme ist wohl, wie man die Bedürfnisse aller Lernenden unter einen Hut bringen kann, so dass sie ihr volles Potenzial entfalten können. Dies ist zugleich auch eine Chance. Hochbegabte Schülerinnen und Schüler erfahren oft zu wenig Zuwendung, da sie meistens in der Schule gute Leistungen zeigen und ihre Hausaufgaben ohne Probleme erledigen. (In diesem Rahmen kann leider nicht auf das Problem der Minderleistung eingegangen werden). Diese kurze Einführung soll Sie für das Thema Hochbegabung sensibilisieren. Sie erhalten einen Einblick, wie Hochbegabte erkannt und angemessen gefördert werden können.
Allgemeine Merkmale hochbegabter SchülerInnen
Wir müssen uns hier auf „Hochleister“ beschränken. (Hochbegabte Minderleister zeigen ihr Potenzial nicht.)
- lernen schneller
- sind neugierig und wissbegierig (sofern nicht durch die Schule bereits „abgestumpft“)
- längere Aufmerksamkeitsdauer, ungewöhnliche Ausdauer und Beharrlichkeit
- erkennen oder schaffen Struktur, grosse Aufmerksamkeit und Wachsamkeit
- ernsthaftere Interessen, zeigen Eigenmotivation (intrinsische Motivation)
- intellektuell spielerischer, empfänglich für neues Wissen und neue Ideen
- spüren Diskrepanzen besser, können Situationen kritisch analysieren
- überragend im abstrakten Denken, verstehen Abstraktionen
- erkennen unübliche Zusammenhänge, ziehen Schlussfolgerungen daraus
- fantasievoll und kreativ
Hochbegabte müssen wie Minderbegabte auch speziell gefördert werden.
Was können Sie als Lehrperson tun, damit Hochbegabte mehr vom Unterricht profitieren?
Ein paar Tipps für den Anfang
- hochbegabte SchülerInnen anhand der obigen Merkmale identifizieren
- ihnen zuhören auch wenn die Kommentare der Lernenden unangepasst erscheinen resp. Sie sich von diesen anspruchsvollen SchülerInnen belehren lassen müssen
- diesen Lernenden genügend anspruchsvolle Aufgaben stellen (nicht einfach zusätzliche Aufgaben geben, denn hochbegabte SchülerInnen benötigen weniger Übungszeit als andere SchülerInnen)
- sie an eigenständigen (Forschungs-) Projekten arbeiten lassen (und dabei methodisch helfen)